Hauptwirkungen der pulsierenden Niederfrequenz-Magnetfeldtherapie

Editor: | 6. Juni 2019

Die Wirkung der Magnetfeldtherapie unterteilt sich in mehrere grundlegende Effekte. Diese Effekte sind von entscheidender Bedeutung für die Wirksamkeit der Therapie.

Schmerzlindernder (analgetischer) Effekt

Ströme in den Nervenfasern
Ströme in den Nervenfasern

Die pulsierende Niederfrequenz-Magnetfeldtherapie (PEMF) bedingt, aufgrund der elektromagnetischen Induktion, die Bildung von Strom in den Nervenfasern. Dieser induzierte Strom bewirkt eine Blockierung der Weitergabe von Schmerzempfindungen vom Entstehungsort über das Rückenmark in das Gehirn. Infolge dessen, sowie weiterer Mechanismen tritt eine Dämpfung der Schmerzen ein. Diese anderen Mechanismen umfassen eine gesteigerte Endorphinproduktion, Entzündungshemmung und Abschwellung. Zur Geltung kommt auch Myorelaxation oder Entspannung des Muskeltonus.

Der erhöhte Endorphinausstoß und der geregelte Austausch von Kalzium-Ionen durch die Zellmembranen haben ebenfalls Anteil an der Erweiterung der Gefäße, Linderung der Schmerzen und Beruhigung.

Nach Anwendung der pulsierenden Niederfrequenz-Magnetfeldtherapie (PEMF) wurde eine erhöhte Aktivität der Laktatdehydrogenase in den betroffenen Muskeln verzeichnet. Die Laktatdehydrogenase bewirkt den Abbau der Nervenrezeptoren reizenden und schmerzauslösenden Milchsäure.

Beispiele für die Anwendung der analgetischen Wirkung:

Vasodilatierender Effekt (Verbesserung der Durchblutung)

Zirkulation von Erythrozyten
Zirkulation von Erythrozyten

Die pulsierende Magnetfeldtherapie, (in der englischen Sprache wird üblicherweise die Abkürzung PEMF verwendet) mit entsprechend eingestellten Parametern, wirkt gegen die sogenannte Geldrollenbildung oder Verklumpung (Agglutination) von Erythrozyten, die Sauerstoff im Blut transportieren. Der resultierende Effekt ist die erneute Auflösung der einzelnen Erythrozyten, wodurch die sauerstoffbindende Oberfläche vergrößert wird. Das durch das Magnetfeld beeinflusste Blut weist eine größere Fähigkeit auf, Sauerstoff zu binden und die Gewebe damit zu versorgen.

Während der Einwirkung des pulsierenden Niedrigfrequenz-Magnetfeldes (PEMF) kommt es zu einer Aktivierung des Parasympathikus und zu einem Ausstoß von Ca2+ Ionen, was eine Lockerung der Gefäßmuskulatur (insbesondere der präkapillaren Schließmuskeln) und die anschließende Gefäßerweiterung zur Folge hat.

Die Anwendung des pulsierenden Niederfrequenz-Magnetfeldes (PEMF) beeinflusst die Polarisation der roten Blutkörperchen durch positive Ladung. Die Polarisierung der Blutkörperchen beeinflusst den Muskeltonus der Blutgefäße, der Arterien und der Kapillargefäße. Es kommt so zu ihrer Erweiterung (Vasodilatation und Verbesserung der Durchblutung) und dadurch zu einer besseren Versorgung der Gewebe mit sauerstoffreichem Blut und Nährstoffen. Die verbesserte Mikrozirkulation trägt auch zu einer schnelleren Abführung von Giftstoffen und Metaboliten aus dem Gewebe bei.

Die pulsierende Magnetfeldtherapie (PEMF) erhöht signifikant den partialen Sauerstoffdruck und hat einen positiven Einfluss auf die Plastizität oder Elastizität der Blutkörperchen. Elastischere Blutkörperchen können sich besser an „Hindernisse“ in der Blutbahn anpassen. Außerdem kommt es bei Langzeitanwendungen dieser Methode auch zu einer Neovaskularisation, das heißt zur schnelleren Bildung neuer Blutgefäße.

Durch den Einfluss des pulsierenden Magnetfelds (PEMF)  sinkt gleichzeitig auch das Risiko der Entstehung von Blutgerinnseln (Thromben).

Beispiele für die Anwendung der vasodilatierenden Wirkung:

Entgiftender (reinigender) Effekt

Die Struktur der menschlichen Zelle
Die Struktur der menschlichen Zelle

Die pulsierende Magnetfeldtherapie (PEMF) durchdringt gleichmäßig das menschliche Gewebe, und kann als eine der wenigen Methoden auch am Ort der inneren Entzündung wirken.

Überall dort, wo die pulsierende Magnetfeldtherapie (PEMF) angewendet wird, wirkt sie auf jede Zelle und induziert dort schwache elektrische Ströme. Aufgrund dieser Induktion von elektrischen Strömen, kommt es zu Veränderungen im Oberflächenpotential der Zellen und Änderungen in der Durchlässigkeit der Zellmembranen. Dies fördert den erhöhten Stoffwechsel, die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung der Zellen. Die Grundlage für jeden Entgiftungsprozess ist gerade eine bessere Nährstoffversorgung sowie eine bessere Abführung von Stoffwechselprodukten aus Geweben.

Das Hauptentgiftungsorgan im Körper ist die Leber. Daher wird empfohlen, sich bei der Anwendung der pulsierenden Magnetfeldtherapie (PEMF) gerade auf die Leber zu konzentrieren. Die Leberaktivität wird auch durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt, und zu diesem Zweck kann Flüssigkeit verwendet werden, bei der die sogenannte Magnetisierung stattgefunden hatte. Hierbei handelt es sich um einen Prozess, bei dem es, durch die Einwirkung des pulsierenden Magnetfeldes, zur Änderung der Wasserstruktur kommt. Dieses Wasser hat unter anderem eine bessere Fähigkeit, Sauerstoffmoleküle zu binden und ist weicher, wodurch Abfallstoffe und andere Metaboliten besser gelöst und abgeführt werden.

Beispiele für die Anwendung der entgiftenden (reinigenden) Wirkung:

Antiödematischer (abschwellender) Effekt

Durchblutungsstörung
Durchblutungsstörung

Die Schwellung wird durch eine Durchblutungsstörung auf der Ebene der Blutkapillaren verursacht, mit nachfolgender Ansammlung von Flüssigkeit zwischen den Zellen.

Die Anwendung der pulsierenden Magnetfeldtherapie soll den Hauptursachen der Schwellung entgegenwirken, das heißt dem erhöhten Blutdruck in den Kapillaren (den kleinsten Blutgefäßen im Körper), den Störungen des Flüssigkeitsausflusses aus dem Gewebe und auch der möglichen Erhöhung der Durchlässigkeit der Kapillarwand.

Eine wichtige Rolle bei der abschwellenden Wirkung der pulsierenden Magnetfeldtherapie (PEMF), spielt eine verbesserte Perfusion, d.h. eine bessere Gewebedurchblutung.

Die Beschleunigung des Stoffwechsels nach der Anwendung der pulsierenden Magnetfeldtherapie (PEMF) ermöglicht eine schnellere Absorption von Schwellungen und im behandelten Bereich kommt es gleichzeitig zu starken entzündungshemmenden und schmerzlindernden Wirkungen.

Die abschwellende Wirkung der pulsierenden Magnetfeldtherapie (PEMF) basiert auf der Kombination der vasodilatatorischen und regenerativen Effekten und ist ein wesentlicher Bestandteil des Heilungsprozesses.

Beispiele für die Anwendung der abschwellenden Wirkung:

Muskelrelaxierender Effekt (Krämpfe/Spasmen lockernd)

Muskelstruktur
Muskelstruktur

Durch die Einwirkung der pulsierenden Magnetfeldtherapie (PEMF) wird der Abtransport von sauren Stoffwechselprodukten beschleunigt, welche schmerzhafte Reizungen in Muskeln und in chronisch entzündeten Stellen verursachen.

Der Abtransport von sauren Stoffwechselprodukten beruht auf verbesserter Perfusion (verbesserte Gewebedurchblutung) und erhöhter Aktivität der Laktatdehydrogenase, die den Abbau von Milchsäure bestimmt.

Durch den Einfluss der Anwendung der pulsierenden Magnetfeldtherapie (PEMF) werden die Muskelkrämpfe (Spasmen) signifikant reduziert. Darüber hinaus reduziert die Therapie die radikuläre (Wurzel-) Reizung, die häufig zu Kribbeln und pulsierenden oder brennenden Schmerzen führt.

Durch die Unterdrückung von Schmerzen reguliert die pulsierende Magnetfeldtherapie (PEMF) die Reflexänderungen im Körper. Durch die Anpassung dieser Reflexe des Organismus geben die Muskelkrämpfe oder Kontrakturen und Krämpfe nach. Das Ergebnis dieser Lockerung ist eine zusätzliche Schmerzlinderung.

Die Anwendung der pulsierenden Magnetfeldtherapie (PEMF) führt somit zur Lockerung der Skelettmuskulatur und Verbesserung der Beweglichkeit. Diese Verbesserung der Beweglichkeit ermöglicht eine weitere Ausweitung der Therapie, zum Beispiel in Form einer einfacheren Rehabilitationsübung.

Beispiele für die Anwendung der muskelrelaxierenden Wirkung:

 

Heilender und regenerierender Effekt

Menschliche Zellmembran
Menschliche Zellmembran

Die heilende und regenerierende Wirkung der pulsierenden Magnetfeldtherapie (PEMF) auf Knochen und Weichgewebe erklärt sich durch die unspezifische Reizung der zytoplasmatischen (Zell-) Membran. Auf dieser Membran wird die Stoffwechselkette aktiviert, deren grundlegender Punkt die Änderung des cAMP- und cGMP-Verhältnisses ist, eine Änderung des Verhältnisses zwischen cyclischem Adenosinmonophosphat und cyclischem Guanosinmonophosphat.

Im Falle der Verwendung der regenerierenden Wirkung bei Knochen führt die Anwendung zu einer erhöhten Osteoklastenaktivierung und einer anschließenden Einleitung des Prozesses der Wiederherstellung des Knochengewebes. Die pulsierende Magnetfeldtherapie (PEMF) beschleunigt wesentlich die Heilung, aktiviert die Neubildung von Gewebe, die Kalzifizierung und steigert die Empfindlichkeit gegenüber dem Parathormon, das unter anderem bei der Kontrolle des Kalziumspiegels im Körper hilft.

Eine bessere Durchblutung des Gewebes und eine höhere Sauerstoffsättigung tragen dazu bei, Entzündungen in allen Geweben schneller zu reduzieren und die Wirkung einer möglichen Antibiotikabehandlung zu verstärken.

Ebenfalls signifikant wird die Heilung geschädigter peripherer Nerven, die  Regeneration von Neurofibrillen (Fasern in Neuronen) und das Wachstums der zentralen Axonen (Fasern, die von Zellen ausgehen) beschleunigt.

Beispiele für die Anwendung der heilenden und regenerierenden Wirkung: